Facebook - Themenabend PASST Downsyndrom - Pfarre Parsch in der Stadt Salzburg

Geißmayerstraße 6
5020 Salzburg - Parsch
Tel: 0662 | 641640
Fax: 0662 | 641640-22

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.pfarreparsch.at

000

Am Dienstag den 23. Oktober 2012 gelang es dem PASST hochkompetente Gäste als Referenten in den Parscher Pfarrsaal zu laden. Thema war „die Würde des menschlichen Lebens unter Verweis auf die ungeheuerliche selektive Diskriminierung der Downmenschen durch einen neu in den Handel gekommenen Bluttest“.

 

Es wird nun in allen Perinatalpraxen um 1.250 € ein diagnostischer Test aus dem Blut der Schwangeren angeboten, zum ausschließlichen Nachweis eines heranwachsenden Downmenschen – natürlich wiederum ohne 100%-ige diagnostische Sicherheit, so dass eine Chorionzottenbiopsie bzw. Fruchtwasserpunktion zur exakten Chromosomenanalyse weiterhin nötig sein wird.

 

Down-Vortrag

 

Einig waren sich der Moraltheologe Univ.-Prof. Dr. Günter Virt, der Genetiker und Kinderarzt Univ.-Prof. Dr. Engelbert Plöchl und der Jurist Dr. Wolfgang Filip – Leiter des Bezirksgerichtes Sbg. und Obmann von Aktion Leben – darüber, dass die Würde des menschlichen Lebens unteilbar ist und diese Würde daher ab Befruchtung der Eizelle bis zum Lebensende besteht und schützenswert ist. Klar wird der Mensch als Ebenbild Gottes gesehen und dem Menschen im Rahmen der Ethik Verantwortung für sein Leben und Gottes Schöpfung zugeteilt.

 

Entsetzlicherweise ist die säkulare Denkweise in diesen Dingen bereits wertneutral geworden, und spricht gewissen Lebensperioden die Würde des Lebens ab, indem die Würde des menschlichen Lebens in Perioden mit „mehr und weniger“ Leben abgraduiert wird. So wird vom Staat der Anfang und das Ende des Lebens bereits graduell als NICHT schützenswertes LEBEN gesehen.

 

Die Referenten und der Moderator Primar Dr. Josef Rücker sehen in diesem Test, der im Schwangerenblut Downmenschen diagnostiziert, eine Ungeheuerlichkeit und eine schwerwiegende Diskriminierung, die bereits eugenische Denkweisen aufzeigen. Primar Rücker wies darauf hin, dass Downmenschen nur EIN Entwicklungshandicap haben -nämlich: statt in 250 Millisekunden vier Dingen gleichzeitig Aufmerksamkeit schenken zu können, konzentrieren sich Downmenschen immer nur auf zwei Dinge gleichzeitig. Geht das Umfeld pädagogisch fördernd darauf ein, können einige Downmenschen mit 4 Jahren lesen und schreiben und erreichen akademische Abschlüsse und können 70 Jahre alt werden. Darüber hinaus weisen sie emotionale Talente auf, wie Zutrauen, Vertrauen, Liebe, Geborgenheit und Wahrhaftigkeit, alles Talente, die den Ratiomenschen langsam abhandenkommen.

 

Außerdem: Sieht man auf die Gefährdung unserer Schöpfung, so wissen wir sehr wohl, dass Macht und Missbrauch von den Mächtigen, Schönen und Gesunden unseres Planeten verursacht wurden und werden, doch NIEMALS von Menschen mit Behinderungen. Deshalb hieß ein Untertitel unseres Themenabends auch „behindert-gehindert - verhindert“; aber eine Welt, die am Mars nach Wasser sucht, die Kriege unterhält und Rettungsschirme aufspannt, sollte Menschen mit Behinderungen NICHT hindern sondern fördern und schon gar nicht verhindern.

 

Auch die PID – die Präimplantationsdiagnostik - die am Achtzeller in der Petrischale alle befruchteten Zellen verwerfen, die nicht genetisch perfekt ist, widerspricht klar der Würde menschlichen Lebens, da neues Leben zum Zwecke der Selektion ver- und missbraucht wird. Dem diskussionsfreudigen Publikum und den großartigen Referenten graute vor dieser Welt, wo einige Wenige darüber entscheiden werden, welches Leben wertvoll ist. Die Entheiligung der Welt schreitet voran. Dr. Wolfgang Filip warnte eindringlich vor der Gefahr, dass die Welt ihre Buntheit, ihre Besonderheiten und Unikate verlieren wird, wenn das Designerbaby Wahrheit wird.

 

Davor warnte auch bereits der Philosoph Hans Jonas in den 80er Jahren: Jeder neue Schritt in irgendwelche Richtung in irgendeinem technischen Gebiet steuert nicht etwa auf einen Gleichgewichts- oder Sättigungspunkt zu, sondern im Gegenteil, wird im Erfolgsfall Anlass zu weiteren Schritten in alle möglichen Richtungen. Schließlich bedroht das apokalyptische Potential des technischen Könnens den Fortbestand der Menschengattungen, ihre Biodiversität und droht deren genetische Unversehrtheit zu verderben oder sie willkürlich zu ändern. Der worst case wäre sogar eine Zerstörung höheren Lebens auf unserer Erde.

 

Der Abend endete mit dem Verweis auf die christliche Hoffnung, dass man Leid und Tod zwar nicht verstehen, aber mit Gottes Hilfe bestehen kann.

 

Dr. Josef Rücker- PASST-Sprecher und PGR-Obmann

 

Die nächsten PASST-Termine sind

am Donnerstag den 8. November um 18 Uhr im Pfarrsaal „grenzenlos kochen“ und

am Sonntag den 18. November der Umverteilungssonntag des Parscher „Ar-Muts“ Projektes.

Nächster PASST-Abend am Dienstag den 8. Jänner 2013 um 18:30 im Pfarrheim.


zurück zur Übersicht